Präsidentenbrief

Liebe Mitglieder
chers membres de l’association

Auch in diesem Neuen Jahr darf ich mich an Sie wenden, um das vergangene, mehr als bewegte Jahr Revue passieren zu lassen und Sie auf das Neue Jahr 2018 einzustimmen.

Das abgelaufene Jahr war in jeder Hinsicht von politischen Entwicklungen geprägt, die geeignet sind, die politisch-tektonische Landschaft nicht nur in Europa nachhaltig zu beeinflussen – gleichgültig ob es der qualvolle Trennungsprozeß mit Großbritannien ist, die Bildung einer neuen Koalitionsregierung in Österreich, die nicht überall in Europa auf Zustimmung stößt, die separatistische Bewegung Kataloniens, die Unterminierung der Gewaltentrennung in Polen… – und ich habe nur ein paar der Themen aufgezählt, die uns Europäer unmittelbar betreffen, und wenn Sie so wollen „hausgemacht“ sind.

Wenn ich an dieser Stelle im vorjährigen Präsidentenbrief geschrieben habe : „ Die Meinungsbildung der Bevölkerung in den einzelnen Ländern scheint immer leichter durch plakative, vereinfachende, oft Ängste schürende Aussagen und Behauptungen politischer Akteure, früher hätte man „Agitateure“ gesagt , steuerbar. Der Multiplikationseffekt, den fragwürdige oder unrichtige Aussagen durch die Verbreitung in den sozialen Medien bekommen, erschwert die Transparenz der sozio-ökonomischen Zusammenhänge zusehends“ so trifft das heute, ein Jahr später, mehr denn je zu.

Vor diesem Hintergrund sind die Aufgaben, die sich eine Vereinigung wie die ÖFV gestellt hat, nämlich durch Information das Verständnis für einander zu fördern, umso wichtiger. Nie sollten wir vergessen was die Gründerväter der Europäischen Union als Vision vor Augen hatten – und was in all den Jahren, trotz aller Rückschläge und Blockaden, erreicht worden ist.

Wenn wir nicht europäisch denken, d.h. daran glauben, dass das Europa- Projekt die bessere Lösung ist, wer sollte prädestinierter sein ?

Die Mittel der ÖFV sind bescheiden, aber wir können Vorbildcharakter haben, wir können Meinungsbildner sein. Wir können versuchen nationalistischem-populistischem- europafeindlichem Gedankengut entgegenzuwirken – einfach durch Wissensvermittlung. Frankreich ist ein wesentlicher Akteur auf dem Europäischen Parkett, Österreich ein weitaus kleinerer, aber auf Grund seiner historischen Vergangenheit und seiner geopolitischen Lage ein bedeutender Mittler.

Frankreich und Holland haben durch das Ergebnis der Wahlen im letzten Jahr den separatistischen, Europa zersetzenden Bestrebungen entgegenwirken können. Andere Staaten haben diese Bewährungsprobe noch vor sich.
Kein Wunder, wenn also im vorigen Jahr Prof. Pascal Perrineau, Dr. Karin Kneissl und Dr. Philipp Blom zu den hervorragenden Vortragenden gezählt haben (siehe Rückblick über die Veranstaltungsthemen).

Vergessen wir nicht, dass die ÖFV, nicht unabsichtlich, in einer Zeit gegründet worden ist, als Österreich auf Grund einer neuen Regierungskoalition von seinen Europäischen Partnern mit
„ Maßnahmen“ sanktioniert worden war. Es war uns eine Pflicht und ein Bedürfnis, diesen Urteilen und Vorurteilen auf beiden Seiten entgegenzuwirken. Die Zeiten und die Umstände sind nicht vergleichbar, aber auch heute wird Aufklärung zu unseren wichtigen Aufgaben zählen.

Wie sagt es Renaud Séchan in einem seiner Chansons auf seine ganz persönliche Art :

L’essentiel à nous apprendre
C’est l’amour des livres qui fait
Que tu peux voyager de ta chambre
Autour de l’humanité
C’est l’amour de ton prochain
Même si c’est un beau salaud
La haine ça n’apporte rien
Puis elle viendra bien assez tôt

Ich darf wieder einmal betonen, dass wir praktisch ohne Sponsoren auskommen und die Mitglieder des Vorstands ihre Zeit und Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Dank diesem Umstand und dank Ihrer Mitgliedsbeiträge steht die Vereinigung auf sehr gesunden finanziellen Beinen, die es uns auch erlauben, von Zeit zu Zeit etwas kostenintensivere Veranstaltungen zu planen..

In diesem Sinn haben wir im vergangenen Jahr 16 Veranstaltungen anbieten können.
Sie waren durchgehend sehr gut besucht und wir mussten bei vielen Abenden zu unserem Bedauern auf eine Warteliste verweisen.

Was die Veranstaltungen betrifft möchte ich bei dieser Gelegenheit dringend darauf hinweisen wie wichtig es ist, dass wir rechtzeitig informiert werden, wenn ein angemeldeter Besucher aus welchen Gründen auch immer die Veranstaltung nicht besuchen kann. Es wäre zweifellos unfair , einen gebuchten Platz nicht zu nützen, ohne einem Wartenden die Möglichkeit zu geben einzuspringen.

Ebenso wichtig ist es natürlich in den Fällen, wo wir darum bitten, sich per Mail oder telefonisch anzumelden, da wir meistens nach der Veranstaltung zu einem Glas Wein und Brötchen bitten und den Bedarf abschätzen wollen.

Ich möchte mich auch diesmal bei unseren langjährigen Kooperationspartnern bedanken, sei es die Diplomatische Akademie, die Französische Botschaft und das Französische Kulturinstitut, die Österreichische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, die Raiffeisengruppe, das Institut für Romanistik sowie die Staatsoper.

Als Mitglied erhalten Sie weiterhin alle ÖFV-Einladungen per Post. Wenn Sie sich zusätzlich auf dem laufenden halten wollen, was die Aktivitäten der Vereinigung betrifft, so bitten wir Sie, sich auch über die Homepage der ÖFV zu informieren (www.oefv.org).

Sie finden dort jeden Monat ein Chanson (sei es in akustischer Form oder als Videoausschnitt), von dem ich glaube, dass es sich lohnt, es kennengelernt zu haben, um Frankreich besser verstehen zu können.

Als Mitglieder bekommen Sie den Text des Chansons und seine deutsche Übersetzung automatisch per Mail zugesandt. Sollten Sie noch im Nachhinein den einen oder anderen Chansontext nachlesen wollen, dann lassen Sie es uns bitte wissen.

Bitte verständigen Sie uns per mail an info@oefv.org über etwaige Änderungen Ihrer Mail- Adresse oder senden Sie uns Ihre Mail-Adresse, falls Sie von uns noch keine Infos per mail erhalten !

Was die postalische Adresse betrifft, weisen wir Sie daraufhin, dass in vielen Fällen die Aussendungen zurückkommen, wenn uns die Türnummer nicht mitgeteilt worden ist.

 

Mit diesem Brief erhalten Sie auch bereits die Mitgliedskarte(n).

Wir möchten betonen, wie sehr wir auf Ihren Beitrag angewiesen sind, um unser Programm verwirklichen zu können und bitten daher um baldige Einzahlung auf unser Konto bei der

BAWAG-PSK
Empfänger: Österr.-französische Vereinigung 1030 Wien
IBAN: AT16 1400 0100 1067 3998
BIC: BAWAATWW
Familienmitgliedschaft: 50 €
Einzelmitgliedschaft : 35 €
Student/Schüler: 10 €

Wir dürfen darauf hinweisen, dass wir trotz des umfangreichen Programms den Jahresmitgliedsbeitrag seit sechs Jahren gleich belassen haben. Nun erlauben wir uns, ihn etwas anzuheben, da die Unkosten in den letzten Jahren laufend gestiegen sind.

Ich hoffe, dass Sie mit der Vereinigung in diesem Jahr viele schöne, spannende und interessante Stunden verbringen werden und wünsche Ihnen ein gutes und bereicherndes Jahr 2018

 

 

Dr. Heinz-Christian Sauer

Österreichisch-Französische Vereinigung